Nahrungsmittelunverträglichkeit

Wenn Essen krank macht

Süßkartoffel

Das erste Mal bemerkte ich es als Kleinkind – Erdbeeren sind böse! Sie lassen meine Haut rot, juckend und pustelig werden. Mir wird von Erdbeeren kotzübel, schwindlig und ich kriege schwer Luft. Tomaten sind von ähnlichem Kaliber. Auch bei Auto- und Bootsfahrten und bei Flügen in Propellermaschinen ging es mir schon immer sehr schlecht.
Ich leide an und unter Histaminintoleranz, einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Bis vor wenigen Jahren musste ich bei Essenseinladungen umständlich erklären, was das überhaupt ist, und dass es nicht in meinem Sinne und sicher nicht im Sinne des Gastgebers ist, mir heimlich Histaminbomben unterzuschieben. Mittlerweile hat sich das Blatt gewandelt und es scheint, als wäre ich damit eher Teil der breiten Masse. Jeder scheint gegen irgendwas allergisch, verträgt dieses und jenes nicht und hat ganz besondere Essensansprüche. Aber warum ist das so?

Über die Jahre habe ich mir viele, viele Gedanken gemacht und nach Erklärungen gesucht. Einen gewissen Grad an Histaminempfindlichkeit habe ich sicher von Geburt an. Dass es sich im frühen Erwachsenenalter zusehends zugespitzt hat, ist wohl erworben. Zu viel schnelle Küche mit Convenienceprodukten, zu viel schnelles Essen unterwegs.
Das hat sich zwar ab Mitte Zwanzig von Grund auf geändert, die Histaminintoleranz ist mir aber dennoch erhalten geblieben.

Früher war alles besser?

Bauern bei der Heuernte

Ältere Menschen mit einer handfesten Nahrungsmittelunverträglichkeit sind selten. Da ist man stark versucht zu sagen, dass das Essen früher viel bewusster, natürlicher und artgerechter war.

Saisonale Nahrung

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Vor 100 Jahren noch kam das Essen direkt vom Bauern, vom Markt oder kleinen Greißlern. Es gab nur das, was gerade Saison hatte. Auch Obst wurde hauptsächlich dann gegessen, wenn es Saison hatte. Gemüse enthielt mehr Nährstoffe, da die Monokultur noch nicht die Regel war.

Unverarbeitet, ohne Zusatzstoffe, Stabilisatoren und Verdickungsmittel

Die Leute kochten selbst, ohne „Fertigdreck“. Zu kaufen gab es unverarbeitete Lebensmittel mit vergleichsweise kurzer Haltbarkeit - keine Packerlsuppen, keine Streuwürze, keine Fertigmahlzeiten...

Weniger Zucker, weniger Getreide

Zucker war Luxus und wurde sparsam verwendet. Obst war nicht so zuckerreich, da nicht so veredelt wie heute. Gepaart mit der saisonalen Verfügbarkeit ergab das einen wesentlich geringeren Fruktose- und Zuckeranteil in der Ernährung als heute.
Getreide war noch nicht so hochgezüchtet und enthielt weniger Gluten. Außerdem kam es nicht in der Hülle und Fülle auf den Tisch wie heute.

Kaum Milch für Erwachsene

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Milch blieb in erster Linie Kindern vorbehalten. Das lag zu einem großen Teil an der kurzen Haltbarkeit. Die Rohmilch wurde eher weiterverarbeitet in Milchprodukte, die wesentlich besser zu lagern waren, als frische Milch.

Das alles sind sicher Gründe, warum heute scheinbar jeder zweite mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu kämpfen hat, aber es darf keine Ausrede sein!
Hätten unsere Urgroßeltern die Möglichkeit gehabt, hätten sie sich genauso gern dem Schokorausch hingegeben und öfters Döner gefuttert. Uns fällt's nur schwerer, aus der Fülle an Lebensmitteln sorgsam auszuwählen.

„Du bist, was du isst“

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Die Bedeutung dieser Floskel wurde mir erst über die Jahre so richtig bewusst. Jede Zelle meines Körpers ist aus dem aufgebaut, was in meine Futterluke reinkommt. Meine Knochen, Gelenke, Muskeln, Organe, mein Hirn,… bestehen aus dem, was ich esse.
Wenn meine Ernährung aus einem mangelhaften Brei besteht, wie soll mein Körper da in der Lage sein, langlebige, fehlerfreie Zellen zu bauen? Ist mir der Analogkäse mit genmanipulierten Zutaten das wert? Ganz drastisch ausgedrückt: Was bringt mir ein Herzmuskel aus Nutella?

Gerade die mittlerweile recht abgedroschene Floskel "du bist, was du isst" sollten wir uns alle tagtäglich vor Augen halten, wenn wir mit gierigen Augen durch den Supermarkt streifen. Ein bisschen Schund wird uns sicher nicht schaden und uns krank machen, wenn die gesunden Sachen dabei klar überwiegen.

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